(Freitag, 24.06.11 – Sonntag, 26.06.11)
Das Wochenende startete für mich Freitag Abend gegen 20 Uhr an der Butler University. Hier gibt es das etwas ältere „Holcomb Observatory & Planetarium“. Für 2$ Eintritt bekam man hier auch eine richtig tolle dynamische Sternenkarte. Der günstige Eintritt lockte neben mir auch einige Studenten und eine Horde Kinder im Grundschulalter an. Die 3 oder 4 stöckige Ausstellung mit vielen eigenen Bildern des Planetariums war echt gut. Der Geräuschpegel war ungewohnt hoch für einen Planetariumsbesuch, aber bei der Show in der Kuppel war es mucksmäuschenstill. Die Show drehte sich hauptsächlich um den Planeten Saturn und die Forschungsergebnisse der beiden Cassini-Raumsonden. Besonders interessant fand ich die Untersuchungen am Saturnmond Iapetus. Dieser „Staubsauger“ fliegt im Saturnring leider falschrum und somit sammelt er an der Vorderseite alles auf was da eben so rumfliegt. (Vergleichbar mit einer sommerlichen Mückensammel-Radtour am Rhein.) Nach der Show ging es gegen 22 Uhr dann aufs Dach zum großen Teleskop. Leider war es zu bewölkt draußen um etwas zu sehen.
Samstag morgen fuhren wir um 7 Uhr los nach Chicago (Illinois). Da nur wenig Zeit blieb, flitzte ich gleich los in ein Hotel. Mit einer City Map watschelte ich dann im Zickzack an den Chicago River wo ich dann ein Wendella Boat enterte. Die knapp 2-stündige Tour ging erst auf dem Fluss entlang mit Blick auf die beeindruckende Skyline und später auch raus auf den Lake Michigan. Das dürfte auch in etwa der Zeitpunkt gewesen sein, an dem mein Sonnenbrand auf der Nase entstand. Zurück auf dem Land ging es zu Fuß weiter zu den Willis Towers, dem höchsten Wolkenkratzer der USA. Nach einer Stunde Anstehen gings dann aber in weniger als einer Minute auf die über 400m hohe Aussichtsplatform. Hier hatte man nebem dem 360° Ausblick über Chicago auch die Möglichkeit in eine Art Glasbox zu stellen wo man dann auch nach unten schauen konnte (wenn man schwindelfrei ist). Auch hier gab es wieder eine amerikanische Höflichkeitslektion: Wer springt auch schon auf einer Aussichtsplatform mit Glasboden rum, wenn ein kleines Kind nebendran steht? Auf dem Rückweg musste ich mich dann ziemlich beeilen, weil Matthias und ich uns um 16.30 Uhr zur Rückfahrt treffen wollten. Also auf in die rote Linie der U-Bahn bzw. „cta“ die Chaotische TunnelAutobahn: Rechts, links, hoch, runter und noch 2 mal links, dann zügig einsteigen, sonst frisst dich die Tür! Zum Glück war das genau das gleiche Fahrkartensystem mit den gleichen Automaten wie in New York und so war ich in knapp 15min 6 Stationen weiter.
Die Skyline von der Aussichtsplattform der Willis Towers (früher Sears Towers):
Pünktlich um 20 Uhr trafen wir bei Gerold Junior zuhause ein. Eigentlich wollte Matthias wieder ins Hotel, da wir aber sonst kein Auto gehabt hätten, überredete Gerold ihn doch noch kurz mitzukommen. Aus dem „kurz“ wurde dann ein Besuch in der Pizzeria mit Partylöwe Kevin und Annette und ~3 weiteren Bars in Indy. Um 2 Uhr nachts fielen mir dann die Augen zu und so fuhr ich mit dem Taxi zurück ins Hotel.
4,5 Stunden Schlaf später stand ich wieder auf. Für 9 Uhr war die Abfahrt nach Dayton (Ohio) geplant, aber von Matthias war auch eine halbe Stunde später nichts zu sehen. Auf Handy, Zimmertelefon und klopfen tat sich nichts und so rief ich bei Gerold an. Nach ein paar Telefonaten stellte sich heraus, dass er mit Kevin bis 3 Uhr weg war und mit dem Taxi heimgefahren war. Nach Sturmklopfen des Zimmerservices öffnete dann ein sehr verschlafener Matthias die Tür. Etwas später fuhr ich dann wieder alleine mit dem Taxi zu unserem Auto in Downtown und von da aus nach Dayton. Hier gibts es ein riesiges Luft- & Raumfahrtmuseum. In 3 großen Hangars steht Flugzeug an Flugzeug und viele Atombomben, Raketen, Space Shuttles oder Raumsonden. In ein paar durfte man sich sogar reinsetzen oder reingehen. Auf der Heimfahrt knabberte ich weiter an meinem Essen von Wendy’s und hörte mir mal die verschiedenen Radiosender an. Neben Klassik und Country gibts auch Sender mit einer Art Gangster-Rap (oder sowas ähnliches) oder High-Speed-Beleidigungs-Rap bei dem man nur ab und zu mal ein Schimpfwort raushört. Die „normalen“ Pop/Rock Sender scheinen hier den ganzen Tag nur die gleichen Lieder zu spielen (vielleicht weil die horrenden Summen einer GEZ fehlen?). An einer Tankstelle unterhielt ich noch 2 picknickende Motorradfahrer, da ich vergessen hatte, das Auto auf „Parken“ zu stellen. Und so rollte es ganz langsam nach hinten während ich noch meine Kreditkarte suchte. Ein weiterer Gag war das Tanken an und für sich. Der Knopf für die Auswahl der Benzinart wollte nicht und so hämmerte ich eben etwas draufrum. Es ging immernoch nichts, aber dann kam auch schon eine sehr freundliche Frau aus dem bp-Shop und half mir. Nach einer 2-stündigen Heimfahrt schaute ich dann noch eine Cupcake-Duell-Show an und chattete kurz mit Ilona, die sich gerade auf den Weg nach New York machte.












