Lernendenwoche 2013

Lernendenwoche vom 15. September bis 20. September 2013

Dieses Jahr fand die Lernendenwoche vom Sonntag, 15. September bis Freitag, 20. September in Bernau im Schwarzwald statt. Anwesend waren alle Lernenden ausser einem, der aus privaten Gründen verhindert war. Die Berufsbildner waren durch Bernhard Keser, Arno Böhling und Peter Häner vertreten.
Höhepunkte unserer Lernendenwoche waren die Auswertung der Mitarbeiterumfrage „Great Place to Work“, der Arbeitseinsatz in der Gemeinde Bernau, die verschiedenen Projektarbeiten und das erlebnisorientierte Lernen, welches dieses Jahr das erste Mal durch eine externe Eventgruppe gestaltet wurde.

Sonntag, 15.09.2013
Um 13:25 Uhr besammelten wir uns in der Eingangshalle des Badischen Bahnhofs Basel. Während Bernhard Keser und Peter Häner mit dem Kleinbus ins Gästehaus fuhren, begleitete uns Arno Böhling auf der etwa dreistündigen Zugfahrt nach Bernau. Dort eingetroffen begrüsste uns Bernhard Keser. Nach den ersten Informationen bezogen wir die Zimmer und erkundeten das Haus.
Gemeinsam besprachen wir das Seminarprogramm und die einzuhaltenden Regeln. Das Stimmungsbild, in welchem wir unsere Gefühlslage kundgeben durften, fiel äusserst positiv aus. Alle schauten in freudiger Erwartung der Lernendenwoche entgegen.

Montag, 16.09.2013
Der erste volle Tag unserer Lernendenwoche begann mit einem feinen Frühstück. Anschliessend teilten wir uns in zwei Gruppen auf: Alle Lernenden des ersten und zweiten Jahres bearbeiteten die Themen Präsentationstechnik, Feedback, Brainstorming und die 6-Stufen-Methode. Die etwas erfahreneren Lernenden besprachen Beobachtungen aus der Vergangenheit. Abschliessend präsentierten wir unsere Resultate und diskutierten die Ergebnisse.
Die Dritt- und Viertlehrjahrlernenden machten Verbesserungsvorschläge zur Lehrzeit und zeigten Probleme in der Vergangenheit auf. Die Berufsbildner nahmen unsere Anliegen sehr ernst und bezogen Stellung zu den Themen. Gemeinsam diskutierten wir unter anderem über KVP’s, Infofluss und die Beziehung zwischen Berufsbildnern und Lernenden.

Am Nachmittag gab es verschiedene Projektarbeiten. Während einige etwas über die Traditionen und die Kultur von Bernau herausfinden durften, brachten andere etwas über Kirchen und Kapellen in Erfahrung. Eine weitere Gruppe machte sich auf die Suche nach Sonnenuhren im Bernauer Hochtal. Im Projekt „Mampf“ backten ein paar Lernende Schwarzwälder Kirschtorten. Die letzte Gruppe beschäftigte sich mit der Planung der Zimmerabgabe für den kommenden Freitag.
Nach dem wir uns gegenseitig unsere Projekte vorgestellt hatten, freuten wir uns auf das Abendessen. Das folgende Tagesfeedback fiel sehr positiv aus, und der Verzehr der zuvor gebackenen Schwarzwälder Kirschtorten rundete den Abend perfekt ab.

Dienstag, 17.09.2013
Wie jedes Jahr war auch dieses Jahr ein Sozialeinsatz in der Gemeinde in der wir wohnten organisiert. Nach dem Frühstück fuhr uns Peter Häner mit dem Kleinbus zum Einsatzort. Der Oberförster der Umgebung Bernau beauftragte uns ein Waldstück am Spitzenberg zu lichten. Die Bäume konnten nicht richtig wachsen, weil sie viel zu dicht aufeinander standen. Einige Bäume waren mit roter Farbe gekennzeichnet, diese durften wir fällen und aus dem Wald tragen. Die Schwierigkeit dabei war darauf zu achten, dass die Bäume in die gewünschte Richtung fallen und niemand von ihnen getroffen wird.
Einmal draussen wurden alle Äste abgeschlagen und vom Stamm die Rinde entfernt. Die entrindeten Stämme lagerten wir am Strassenrand, damit sie später aufgeladen und weggebracht werden konnten.
Eine kleine Gruppe von Lernenden fuhr mit einem Forstarbeiter an Waldwegen entlang und entleerte die von Schlamm und Steinen verstopften Wasserabläufe. Zudem revidierten sie die Führungen, durch welche das Regenwasser zu den Ablaufschächten geschwemmt wird.
Das Wetter spielte überhaupt nicht mit, es regnete und hagelte abwechslungsweise. Dazu war es noch sehr kalt. Wir alle waren froh, als wir um vier Uhr den Heimweg antreten konnten. Zurück in der Unterkunft wärmten wir uns mit einer heissen Dusche auf und gingen hungrig zum Abendessen.

Mittwoch, 18.09.2013
Am Mittwoch fiel der geplante Arbeitseinsatz aus. Der strömende Regen und viel zu kalte Temperaturen veranlassten unsere Berufsbildner dazu, den Einsatz abzusagen. Die meisten waren sehr froh, den Tag bei diesem Wetter nicht draussen verbringen zu müssen. Als Alternative zur Waldarbeit füllten wir den Tag mit einem Ersatzprogramm. Der Morgen gestaltete sich durch verschiedene Gruppenarbeiten. Eine Arbeitsgruppe machte Verbesserungsvorschläge für die Lernendenwoche. Eine andere Gruppe machte sich Gedanken zur Qualität der Ausbildung und präsentierte, wie man die Lehrzeit optimaler gestalten könnte.
Den Nachmittag durften wir frei gestalten. Einige gingen ins Radon Revital Bad nach Menzenschwand, andere nach St. Blasien einkaufen, doch die meisten blieben wegen des schlechten Wetters im Haus und machten ein Nickerchen, spielten Fussball oder beschäftigten sich anderweitig.
Frisch gestärkt durch ein leckeres Abendessen starteten wir mit dem Abendprogramm. Da wir den Nachmittag frei hatten, arbeiteten wir jetzt noch etwas weiter. Ein geschätzter Mitarbeiter wird im Herbst pensionier. Deswegen darf die Abteilung Berufsbildung ein Abschiedsgeschenk für ihn konstruieren. Zu diesem Zweck gestalteten wir Pläne. Was es definitiv geben wird, verraten wir aber noch nicht, das soll eine Überraschung bleiben.

Donnerstag, 19.09.2013
Am Donnerstag durften wir einige Tagesgäste im Gästehaus Bernau begrüssen.
Am Morgen besprachen wir mit Herrn Gassler die „Great Place to Work“ Umfrageergebnisse. Zu den fünf Unterthemen Glaubwürdigkeit, Respekt, Fairness, Stolz und Teamgeist bildeten wir Arbeitsgruppen. Im ersten Teil bewertete jede Gruppe die gesamte Umfrage. Im Vergleich zum Durchschnitt der Flowtec AG ist die Abteilung H-B sehr zufrieden. Besonders im Bereich Teamgeist sind wir stark. Im Bereich Glaubwürdigkeit wollen wir vor allem am Infofluss arbeiten. Beim Thema Respekt hat sich herausgestellt, dass wir uns einen schnelleren Workflow und eine kürzere Beschaffungszeit von Material wünschen. In der Fairness wünschen wir, dass alle Mitarbeitenden gleich behandelt werden. Das heisst keiner wird extra bevorzugt oder benachteiligt. Die Lernenden der Flowtec AG würden gerne mehr Anerkennung für ihre Arbeit erhalten. Aus dem Gebiet Stolz konnten wir heraus lesen, dass die Abteilung H-B sehr stolz darauf ist für Endress&Hauser Arbeiten zu dürfen. Der Bereich Teamgeist schnitt am besten von allen ab. Dies liegt wohl mitunter auch an der Lernendenwoche, in der wir das Teamverhalten ausgiebig besprechen und üben. Wir wünschen uns, dass wir dieses Niveau beibehalten können und weiterhin alle so toll Hand in Hand arbeiten.
Im Grossen und Ganzen können wir sagen, dass die Lernenden der Endress&Hauser Flowtec AG sehr zufrieden mit ihrem Arbeitgeber sind. Dennoch werden wir an den erwähnten Problemen arbeiten und Unstimmigkeiten beheben. Zusammen mit Herrn Gassler suchten wir Ursachen und Gründe, besprachen Lösungsvorschläge und setzten uns Ziele. Mit neu gebildeten Arbeitsgruppen, die in Zukunft bestehen bleiben werden, sind wir auf dem besten Weg uns zu verbessern.

Im zweiten Teil des Tages hielten unsere Berufsbildner abwechselnd Referate. Sie informierten uns und hielten uns über Neuigkeiten auf dem Laufenden. Auch der Ausbildungsblog wurde uns vorgestellt.
Gemeinsam mit den Berufsbildnern bearbeiteten wir die Ergebnisse vom Morgen. Wir starteten mit sogenannten Göttiprojekten, in denen immer ein paar Lernende zusammen mit einem Berufsbildner eines der fünf Themen vom Morgen bearbeitete. Diese Projektgruppen bestehen bis heute und werden in Zukunft weitergeführt.
In einem letzten Teil nahmen wir die Themen vom Mittwoch nochmals auf und besprachen gemeinsam mit den Ausbildern wie wir die Lernendenwoche sowie auch die Qualität in der Ausbildung verbessern und umgestalten könnten.
Nach einem gemeinsamen Abendessen zusammen mit unseren Tagesgästen erholten wir uns von dem sehr lehrreichen Tag und genossen den Abend.

Freitag, 20.09.2013
Der letzte Tag unserer Lernendenwoche begann mit einem wohltuenden Frühstück. Anschliessend packten wir unsere Koffer und räumten die Zimmer. Nach dem die Arbeitsgruppe „Hausabgabe“ die Räume kontrolliert hatte, luden wir das gesamte mitgebrachte Material zurück in den Kleinbus.
Nach einer kurzen Pause kam die „Black Forest Magic Group“, eine externe Eventgruppe, die mit uns das erlebnisorientierte Lernen gestalten sollte.
Die Lernenden wurden in zwei gleich grosse Gruppen aufgeteilt. Während die einen Bogenschiessen durften, machten die anderen lehrreiche Übungen zur Team- und Koordinationsförderung.
Zum Starten wärmten wir uns mit einem aktiven Programm auf: Ein langes Seil wurde geschwungen und immer mehr Personen versuchten gemeinsam über das Tau zu springen. Die Herausforderung war, dass alle zum gleichen Zeitpunkt starten mussten. Zuerst klappte dies nicht gut, denn jeder rannte los, wenn er dachte, es sei der richtige Zeitpunkt. Also bestimmten wir einen Chef. Wenn dieser „los“ rief, sprangen alle über das Seil. Und siehe da, es funktionierte einwandfrei. Daraus schlossen wir, dass es sehr wichtig ist sich im Voraus abzusprechen und dass es einen Moderator braucht, wenn mehrere Menschen zusammenarbeiten.

Als nächstes stellte uns der Eventmanager eine besondere Aufgabe: Ein kleiner Ring war an zehn langen Schnüren befestigt, auf ihm lag ein Tennisball. Nun war es an uns, diesen Ring über die Schnüre anzuheben und an ein Ziel zu bringen ohne, dass der Ball hinunterfällt. Das war eine grosse Herausforderung, denn sobald einer etwas zu fest an seinem Schnurende zog, fiel der Tennisball vom Ring herunter. Was die Aufgabe noch deutlich erschwerte war, dass zehn Leuten die Augen verbunden wurden.
Die restlichen sechs die noch sehen konnten mussten die erblindeten anleiten. Vorerst fiel der Ball nach kurzer Zeit runter, denn alle Sehenden riefen ihre Anweisungen durcheinander und die Blinden wussten nicht auf wen sie hören sollten. Nach einer kurzen Problemanalyse gestalteten wir eine Art Unternehmungsstruktur: Je ein Sehender war für zwei Blinde zuständig. Sie waren mit einem Abteilungschef vergleichbar. Einer der Sehenden war noch der Hauptchef. Was er anwies wurde von den Sehenden befolgt und an die Blinden weitergeleitet. Mit dieser Taktik bewältigten wir die Aufgabe und brachten den Tennisball sicher an sein Ziel. Aus dieser Aufgabe lernten wir sehr viel. Wir lernten, aufeinander zu hören und uns zu vertrauen. Wir begriffen, dass es nötig ist, sich abzusprechen, zu diskutieren und gemeinsam eine Lösung zu finden.

Am Nachmittag wurde die Beschäftigung getauscht.

Beim Bogenschiessen war es sehr wichtig auf die anderen Rücksicht zu nehmen. Sobald einer vor der Schusslinie stand, durfte nicht geschossen werden. Ausserdem mussten wir genau auf die Leiterin hören. Nur wenn sie „Schuss“ sagte, durften wir den Pfeil abfeuern. Um zu testen, ob wir auch wirklich auf sie hörten, rief sie zwischen durch Worte wie „Schule“, „Schirm“ oder „Schraube“. Diese Aufgabe bewältigten wir hervorragend, denn nie schoss einer zu früh.

Die Lernendenwoche verging wie im Nu. Beim Wochenrückblick durfte jeder seine Meinung kundgeben. Die Aussagen waren sehr positiv. Rückblickend können wir sagen, dass die Lernendenwoche jedem gefallen hat.
Wir verabschiedeten uns von Peter Häner und Bernhard Keser, die mit dem Kleinbus zurück fuhren, und machten uns auf den Weg zur Busstation. Arno Böhling begleitete uns auf der Rückreise.

Im Namen der Berufsbildung danken wir den zuständigen Personen und der Geschäftsleitung ganz herzlich dafür, dass Sie uns diese Lernendenwoche ermöglicht haben. Mit positiven Gedanken freuen wir uns bereits jetzt auf die nächste Lernendenwoche. Bis dahin werden wir das neu Gelernte umsetzen und die begonnenen Projekte weiterführen.

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