Praktikum bei DHL

Wer sich bei dieser Überschrift fragt, ob das nicht ein Azubiblog von Endress+Hauser ist, der liegt gar nicht falsch. In der Tat mache ich meine Ausbildung bei Endress+Hauser in Maulburg, ein duales Studium im Bereich Logistik.

„Gefällt es ihm in Maulburg nicht?“ oder „Hat Endress+Hauser keine Arbeit für ihn?“ Das könntet ihr euch jetzt vielleicht fragen. Aber so ist es nicht – im Gegenteil. Ich habe hier schon eine Menge an Logistik gesehen und vieles gelernt. Zum Beispiel, wie die Produktion immer genügend Material zur Verfügung hat, gleichzeitig aber so wenig Material wie möglich in den Regalen ist. Denn Lagerbestände brauchen nicht nur viel Platz, sie sind auch teuer. Oder zum Beispiel wie die Messgeräte von einer Fertigungslinie zur Nächsten transportiert und anschließend verpackt werden. Eine Projektarbeit habe ich über die Kommissionierung geschrieben. Kommissionierung ist das Zusammenstellen der einzelnen Geräte für einen Kundenauftrag. Also ähnlich wie Amazon die verschiedenen Artikel im Warenkorb zusammenstellt und dann in einem Paket versendet. 
Wie ihr seht gibt es eine ganze Menge an Logistik bei Endress+Hauser. Aber zu Logistik gehören nicht nur die Aufgaben innerhalb der Firma. Logistik schließt auch die Speditionsbranche mit ein. Schließlich transportiert Endress+Hauser seine Produkte nicht selbst zu den Kunden, sondern übergibt diese Aufgabe an Speditionen wie DHL. Und um genau diese Seite der Logistik kennen zu lernen hat mir Endress+Hauser die Möglichkeit geboten ein vierwöchiges „Praktikum“ bei DHL zu absolvieren.

Während des Praktikums wurde mir bewusst wie wichtig eine gute Zusammenarbeit zwischen Industrie und Spedition ist. Nur wenn beide Hand-in-Hand arbeiten, kann die Ware schnellstmöglich und – ganz wichtig – unbeschädigt beim Kunden ankommen.

In den ersten beiden Wochen war ich in der Abteilung Landverkehre. Das sind alle Transporte bei denen LKWs zum Einsatz kommen. Alles beginnt und endet mit dem Nahverkehr. Das sind sozusagen die „Postboten“ mit LKW, welche die einzelnen Sendungen im Einzugsgebiet bei Firmen einsammeln und zur DHL Niederlassung nach Herbolzheim bringen. In der Umschlagshalle Herbolzheim werden die Sendungen von allen Nahverkehrs-LKW ausgeladen und nach dem Zielort sortiert. In der Logistik-Sprache nennt man so etwas „Cross-docking“. Nachdem alles sortiert ist übernimmt der Fernverkehr. Dieser bringt dann z.B. alle Sendungen aus dem Einzugsgebiet von Herbolzheim (das reicht von Baden-Baden bis an die Schweizer Grenze!) die in die Region Hamburg müssen, zusammen auf einem LKW dort zur DHL Niederlassung in Hamburg. Von dort aus werden sie dann wieder mit dem Nahverkehr in Hamburg zu den Kunden gebracht. Das ist natürlich deutlich günstiger und umweltfreundlicher, als jede Sendung von einer Firma direkt zum Kunden zu fahren.

Die anderen beiden Wochen habe ich in der Luftfracht Abteilung verbracht. Genauer gesagt ist das nicht eine Abteilung sondern eine eigenständige Firma. Jedoch auch eine DHL Firma und im selben Gebäude wie der Landverkehr. Fällt also kaum auf – außer dass sich die Mitarbeiter anders am Telefon melden.

Die Luftfrachtabteilung ist sehr spannend! Einerseits weil es hier viel mehr Vorschriften und Zollbestimmungen gibt die zu beachten sind (bei manchen Ländern muss der Stempel aus Tinte sein. Um das zu überprüfen verwendet der Zoll Wasser und beobachtet ob die Farbe verwischt). Andererseits habe ich auch vieesl gelernt über das ich mir davor keine Gedanken gemacht habe. Wusstest ihr zum Beispiel, dass in jedem Passagierflugzeug auch noch Industriefracht verladen wird? Es kann also gut sein, dass bei deinem nächsten Urlaubsflug auch Ware von Endress+Hauser für einen ihrer Kunden an Bord ist. 🙂

Das war ein kleiner Einblick in ein etwas anderes Praktikum. Schaut also bei eurem nächsten Urlaub genau hin, was alles bei euch im Flieger ist!

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