Wir haben hier bei der Flowtec sehr viele Rechner, die momentan nur teilweise gesichert werden. Es werden nur bestimmte Ordner mit dem Tool Personal Backup abgesichert. Das Ziel besteht nun darin, die ganze Festplatte inklusive Konfigurationen auf eine externe Festplatte oder auf einen Server als Backup Image abzuspeichern. Ich bekam nun den Auftrag eine Lösung dazu zu finden. Acronis True Image, Matrix42 Easy Recovery und SnapShot wurden mir bereits zum Evaluieren vorgeschrieben. Zusätzlich erhielt ich eine Liste mit Anforderungen, die diese Software erfüllen sollte.
Aus diesen Punkten erstelle ich mir zunächst einen Anforderungskatalog. Wiederum aus dieser Liste erstellte ich in meiner Dokumentation ein Muss- und Kann Anforderungstabelle. Die Anforderungen, die in der Muss Tabelle stehen müssen erfüllt sein, wenn nicht, fällt die Software aus meiner Auswahl raus. In der Kann Tabelle stehen die Anforderungen, die wünschenswert sind, aber nicht zwingend erfüllt werden müssen. Also wenn hier eine Anforderung fehlt, bleit die Software trotzdem noch in meiner Auswahl.
Die Dokumente sind für die Tests bereit, doch die Testumgebung mit der Software fehlte. Ich richtete mir zwei Rechner ein, einen Windows 7 Rechner und ein Windows XP Rechner. Der Windows XP Rechner habe ich aber zunächst ohne zusätzliche Firewall eingerichtet um zu überprüfen, ob die Software überhaupt auf XP Maschinen läuft. Easy Recovery musste ich sozusagen nicht organisieren, da wir durch das erwerben der Empirum Pakete, Easy Recovery inbegriffen ist. Acronis True Image und Snapshot konnte ich problemlos als Gratis Test Lizenz aus dem Internet herunterladen.
Für die einzelnen Tests habe ich zu jeder Software eine eigene Tabelle mit Test Szenarien vorbereitet. Alle Tests habe ich dann kurz zusammengefasst und meine Empfehlung geschrieben. Ich empfahl die Acronis True Image Variante, weil die Software sehr einfach zu bedienen ist und beinahe alle Tests bestand. Allerdings ist Acornis True Image nur für den Privatbrauch gedacht und nicht für Unternehmen.
Während der Test-Phase bin ich zusätzlich noch auf Acronis Backup Advanced gestossen, welches für unsere Anforderungen viel eher zutrifft, allerdings hatte ich keine Zeit mehr dafür, weil der Abschluss Termin bereits feststand.
Bei der Besprechung mit dem Abteilungsleiter haben wir uns geeinigt, das Acronis True Image rausfällt und ich nochmals Easy Recovery mit Acronis Backup Advanced testen und vergleichen soll. Er gab mir zudem weitere Punkte, die ich überprüfen soll.
Doch noch bevor ich mit den Tests anfing, habe ich eine Firewall für die XP Umgebung eingerichtet. Danach fing ich mit Easy Recovery an, weil diese Software mit Empirum läuft und wir Empirum im Einsatz haben. Was sich nun herausstellte war, dass man keine Restores aus einer externen Festplatte ausführen kann, was für die Isolierte Umgebung sehr ungeschickt ist. Ein weiterer schlechter Punkt ist, das die Unterstützung für das Offline Boot nicht mehr existiert, d.h. bei einem Totalausfall der Festplatte, kann das Backup nicht von einer CD oder USB wiederhergestellt werden. Ich habe mich dann sogar mit dem Kundendienst in Verbindung gesetzt, welche mir das bestätigte.
Somit fiel auch Easy Recovery raus, jetzt konnte ich nur noch hoffen, das Acronis Backup Advanced alle meine Anforderungen erfüllt. Alle meine weiteren Tests inklusive das Wiederherstellen von einer externen Festplatte sowie auch das Booten von und Wiederherstellen von einer CD hat funktioniert. Es ist zentral verwaltbar, der Kundendienst ist zuverlässig und freundlich, die Benachrichtigung des Status funktioniert und es hat bei beiden Betriebssystemen, auch die hinter der Firewall, erfolgreich gespeichert und wiederhergestellt.
Diese Resultate präsentierte ich meinem Abteilungsleiter erneut und gab mir ein positives Feedback. Was ich allerdings beim Präsentieren noch besser machen könnte, ist, dass ich beim Erklären mit Skizzen arbeiten soll, damit man das Ganze einfacher verstehen kann.
Fazit:
Ich habe viel Neues gelernt bei diesem Projekt. Ich weiss nun wie man ein Zeitplan, ein Anforderungskatalog, ein Testszenario und vieles mehr erstellt und anwendet. Was ich einfach unterschätzt habe, war die Zeit. Es kam komplett anders als geplant, ich brauchte sehr viel Zeit für die Tests, weil immer wieder unerwartete Probleme auftauchten und ich diese noch lösen musste. Ich weiss nun, dass ich die Test-Phase mit mehr Zeit einberechnen soll und darf die Zeit bis zur Abgabe nicht unterschätzen.
